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Rezension | Pumpkin Spice & Cowboy Kisses | Enja Bien

canis-minor-art
vor 40 Minuten
4 Min. Lesezeit


KLAPPENTEXT

Josie McCloud hatte alles. Den perfekten Verlobten, den perfekten Job, das perfekte Leben - bis es ihr um die Ohren flog. Also macht sie das Vernünftigste, das ihr einfällt: Sie packt ihre Koffer und flüchtet zurück nach Copper Plains, Montana. Nur kurz. Nur zum Durchatmen. Doch auf der Silver Ridge Ranch erwartet sie ein wortkarger Cowboy, der mit jedem seiner wenigen Worte präzise ihren Nerv trifft. Aaron ist nicht nur alleinerziehender Vater, sondern ausgerechnet der beste Freund ihres Bruders und hat dem Glauben an die große Liebe schon lange abgeschworen. Trotzdem passiert genau das, was beide so dringend vermeiden wollten: Zwischen Herbstlaub, Ranchstaub und einer Ziege namens Mojo, die sich für den heimlichen Star der Geschichte hält, wächst etwas, das sich nicht wegplanen lässt.



MEINUNG

»Pumpkin Spice & Cowboy Kisses« verbindet so vieles, was ich liebe in einem einzigen Stand-Alone-Roman. Wenn herbstliche Wohlfühlmomente, charmante Cowboys, ganz viel Herz und eine Ziege mit ausgeprägtem Kuschelbedürfnis aufeinandertreffen, kann das doch eigentlich nur eine richtig tolle Cozy Romance werden, oder? Eigentlich hätte der kleine Kerl eine Hauptrolle verdient. 🐐


Aber auch abseits der tierischen Eskapaden hat die Geschichte einiges zu bieten. Wir bekommen hier eine zuckersüße Small Town Romance (lieben wir!), die einen das besondere Gefühl, das man in der ruhigeren Jahrezeiten hat, so richtig erleben lässt. Wir haben Zimtschnecken, fallende Blätter, Pumpkin Spice und vieles mehr, was das Cozy-Herz begehrt! Es fehlt eigentlich nur noch eine kuschelige Decke und die offizielle Erlaubnis, sämtliche Verpflichtungen zu ignorieren und einfach in Copper Plains einzuziehen. Wer braucht schon einen strukturierten Alltag, wenn es Cowboys und Zimtschnecken gibt?


Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Josie und Aaron, zwei Charaktere, die ich wirklich schnell ins Herz geschlossen habe. Josie muss nach einem ziemlichen Scherbenhaufen erst einmal wieder zu sich selbst finden. Ihr bisheriger Lebensplan hat sich verabschiedet, ohne vorher angemessen Bescheid zu sagen und plötzlich ist die Frage, was sie eigentlich selbst vom Leben möchte. Tja, manchmal schmeißt dieses einem eben keine Einladung zur Veränderung in den Briefkasten, sondern gleich den kompletten Umzugswagen vor die Tür.


Und dann wäre da Aaron. Ein grummeliger Cowboy, Single Dad und definitiv kein Mann, der sich freiwillig für einen emotionalen Selbsthilfekurs anmelden würde. Er hat seinen Alltag, seine Verantwortung und seine Schutzmauern. Gefühle? Ja, schön und gut, aber bitte mit Voranmeldung und möglichst ohne größere Komplikationen. Dumm nur, dass Josie da so gar nicht in seinen sorgfältig sortierten Lebensplan passt. Tja, lieber Aaron, das Herz fragt nun mal nicht nach einem freien Termin im Kalender!


Besonders erfrischend finde ich es übrigens, dass hier mal ein Single Dad im Mittelpunkt steht! Als alleinerziehende Singlemom freue ich mich wirklich darüber, dass diese Perspektive ebenfalls ihren Platz in Romance-Geschichten bekommt. Denn seien wir ehrlich: In Büchern begegnen uns oft genug alleinerziehende Mütter, die irgendwie alles gleichzeitig wuppen müssen, während die Väter eher am Rand herumstehen. Da finde ich es richtig schön, auch mal einen Papa zu erleben, der seinen Alltag mit Kind meistert, Verantwortung übernimmt und trotzdem noch Platz für die Liebe hat. Single Dads dürfen schließlich auch grummeln, flirten und Schmetterlinge im Bauch haben! Und wenn der Cowboy dann noch so daherkommt wie Aaron, beschwere ich mich ganz sicher nicht.


Bei den Tropes bekommen wir eine herrliche Mischung aus wie bereits angemerkt Single Dad, Grumpy x Sunshine, Brother’s Best Friend, Small Town Romance und Found Family. Also eigentlich alles, was man braucht, um sich gemütlich in eine Geschichte fallen zu lassen und dabei sämtliche Warnsignale des eigenen Alltags zu überhören. Der grummelige Cowboy trifft auf die Frau, die langsam wieder lernt, an sich selbst zu glauben, und die Kleinstadt liefert natürlich jede Menge Menschen, die sich für das Liebesleben anderer interessieren. Privatsphäre? Kennen wir hier nur vom Hörensagen! Aber genau das macht diesen Small-Town-Vibe doch aus: Jeder kennt jeden, jeder weiß alles und wenn nicht, wird eben so lange nachgefragt, bis es alle wissen.


Was mir besonders gut gefallen hat, ist die Art, wie Aaron zu Josie ist. Er versucht nicht, sie zu jemand anderem zu machen, sondern zeigt ihr, dass sie wertvoll ist und wieder an sich selbst glauben darf. Gerade diese kleinen Momente, in denen jemand an dich glaubt, obwohl du selbst gerade nur Fragezeichen siehst, fand ich richtig schön. Josie lernt, dass ein geplatzter Lebensplan nicht bedeutet, dass sie gescheitert ist. Manchmal muss man eben erst einmal ordentlich auf die Nase fallen, um festzustellen, dass der alte Weg sowieso nicht mehr der richtige war. Das Leben ist schließlich kein IKEA-Regal, bei dem man nur die Anleitung richtig lesen muss, damit am Ende alles passt. Die beiden zeigen auf ihre Weise, dass Vertrauen Zeit braucht und Liebe nicht bedeutet, dass man plötzlich keine Ängste mehr hat. Es bedeutet vielmehr, sich trotz dieser Ängste aufeinander einzulassen.


Die Botschaft der Geschichte gefällt mir richtig gut: Du musst nicht perfekt sein, um geliebt zu werden. Du darfst Fehler machen, Umwege gehen und deine Vorstellungen vom Leben verändern. Familie ist nicht nur die, in die man hineingeboren wird, sondern auch die, die man findet. Die Menschen, bei denen man sich nicht verstellen muss und die bleiben, selbst wenn das Leben gerade eher nach Herbststurm als nach Sonnenschein aussieht.




FAZIT

»Pumpkin Spice & Cowboy Kisses« war für mich ein richtig tolles Cozy-Buch, das einfach gute Laune macht und gleichzeitig ans Herz geht.


Titel: Pumpkin Spice & Cowboy Kisses

Autor*in: Enja Bien

Herausgeber: Carlsen

Seiten: 316

Preis: 14,00€


5 von 5 Sterne


Danke für das Rezensionsexemplar!

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