Rezension | This will be fun | E. B. Asher
KLAPPENTEXT
Einst retteten sie Prinzessin Thessia aus den Fängen des Bösen. Seither sind Beatrice, Clare und Elowen Stars im Königreich Mythria. Doch für Ruhm und Ehre mussten sie einen hohen Preis bezahlen. Nun, zehn Jahre später, ist Thessia Königin und plant sich zu vermählen. Eine Hochzeit ohne ihre Helden? Unmöglich! Die drei werden also an den Königshof geladen, oder besser gesagt: beordert. Das Problem ist nur: Inzwischen können sie einander nicht mehr ausstehen und haben seit zehn Jahren kein Wort mehr miteinander gewechselt! Doch als Thessias Bräutigam entführt wird, müssen sich die ehemaligen Gefährten erneut zusammenraufen.
MEINUNG
Wo »This will be fun« draufsteht, da ist definitiv auch FUN drin. Die Story von E. B. Asher macht ihren Titel alle Ehre, zumindest dann, wenn man unter Fun eine Mischung aus Magie, alten Gefühlen, jeder Menge Chaos und Menschen versteht, die offensichtlich dringend ein Kommunikationsseminar besuchen sollten. Aber genau das macht den Charme der Geschichte aus. Und ja, normalerweise verdrehe ich mindestens einmal pro Kapitel die Augen, wenn die Protagonisten gepflegt aneinander vorbei reden.
Das Setting der Geschichte hat mir gut gefallen. Die Welt fühlt sich magisch und gleichzeitig erstaunlich greifbar an. Statt einer völlig überladenen Fantasywelt bekommt man eine Umgebung, in der Magie ganz selbstverständlich zum Alltag gehört. Dadurch entsteht eine schöne Mischung aus Vertrautem und Fantastischem. Man kann sich gut vorstellen, durch diese Welt zu laufen und gleichzeitig fragt man sich gelegentlich, warum die Figuren eigentlich immer noch so tun, als hätten sie ihr Leben unter Kontrolle. Spoiler: Haben sie natürlich nicht.
Im Mittelpunkt stehen Felicity „Fizzy“ und Bram, die eine gemeinsame Vergangenheit haben und sich nach Jahren wieder begegnen. Beide bringen ordentlich Persönlichkeit mit und könnten dabei kaum unterschiedlicher sein. Fizzy ist temperamentvoll, schlagfertig und selbstbewusst. Sie sagt, was sie denkt, und hat definitiv keine Probleme damit, ihren Standpunkt zu vertreten. Bram dagegen wirkt zunächst kontrollierter und zurückhaltender, trägt aber ebenfalls einiges mit sich herum. Besonders schön fand ich, dass beide nicht einfach nur typische Romance-Figuren sind, sondern ihre eigenen Ecken, Kanten und Unsicherheiten mitbringen.
Und dann wären da natürlich die Namen. „Fizzy“ ist einer dieser Namen, bei denen man entweder sofort denkt „Wie süß!“ oder sich fragt, ob die Eltern beim Namensgebungsprozess vielleicht eine besonders kreative Phase hatten. In diesem Fall passt er allerdings erstaunlich gut zur Figur: spritzig, ein bisschen verrückt und definitiv nicht langweilig. Auch die übrigen Namen fügen sich gut in die magische Atmosphäre ein, ohne dass man das Gefühl bekommt, sämtliche Charaktere seien gerade aus einem Fantasy-Namensgenerator gefallen.
Bei den Tropes greift E. B. Asher ordentlich in die Romance-Kiste: Second Chance Romance, Forced Proximity, Enemies bzw. Rivals to Lovers, alte Gefühle, ungelöste Konflikte und natürlich die gute alte Wir sollten wirklich miteinander reden-Problematik. Und ja, manche dieser Tropes kennt man inzwischen so gut, dass man sie theoretisch im Schlaf aufzählen könnte. Trotzdem funktionieren sie hier, weil die Geschichte nicht ausschließlich darauf setzt, dass zwei Menschen sich attraktiv finden und deshalb sämtliche Vernunft über Bord werfen. Gerade die Second-Chance-Komponente wird schön umgesetzt. Die gemeinsame Vergangenheit von Fizzy und Bram ist nicht einfach nur ein praktisches Mittel, um schnell romantische Spannung zu erzeugen. Sie beeinflusst ihre Gegenwart und sorgt dafür, dass zwischen ihnen deutlich mehr mitschwingt als bloß körperliche Anziehung. Da gibt es Verletzungen, Missverständnisse und Gefühle, die offensichtlich nie wirklich verschwunden sind. Man möchte die beiden gelegentlich schütteln und ihnen sagen, sie sollen endlich mal miteinander reden. Würden sie das nämlich tun, dann wäre das Buch vermutlich nur halb so lang.
Auch das Forced-Proximity-Trope sorgt für einige unterhaltsame Situationen. Wenn zwei Menschen mit gemeinsamer Vergangenheit gezwungen sind, Zeit miteinander zu verbringen, ist das selten eine gute Idee, zumindest für die Figuren. Für die Leser dagegen schon. Besonders dann, wenn die Chemie stimmt und jede Begegnung ein bisschen nach Entertainment im Popcorn-Stil riecht.
Was mir außerdem gefallen hat, ist der Humor. Die Geschichte nimmt ihre romantischen und emotionalen Momente durchaus ernst, verliert sich aber nicht in permanentem Drama. Zwischen den ernsteren Szenen gibt es immer wieder Momente, die einen schmunzeln lassen. Genau diese Mischung verhindert, dass die Geschichte zu schwer wird.
Natürlich ist nicht alles perfekt. Einige Entwicklungen sind durchaus vorhersehbar und bei manchen Entscheidungen der Figuren möchte man ihnen gerne kurz das Handy wegnehmen und die Tür abschließen, bis sie vernünftig miteinander gesprochen haben. Aber seien wir ehrlich: Ein Romance-Roman ohne solche Momente wäre vermutlich auch verdächtig.
FAZIT
Insgesamt ist „This Will Be Fun“ für mich eine unterhaltsame Mischung aus Fantasy, Romance und Second-Chance-Liebesgeschichte, die vor allem von ihren Charakteren und deren Dynamik lebt.
Titel: This will be fun
Autor*in: E. B. Asher
Herausgeber: HEYNE
Seiten: 512
Preis: 18,00€
4 von 5 Sterne
Danke für das Rezensionsexemplar!







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