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Rezension | One Last Night | Lauren Ford

canis-minor-art
vor 10 Minuten
3 Min. Lesezeit


KLAPPENTEXT

Agnes möchte sich am liebsten verkriechen. Denn morgen muss sie das geliebte Restaurant ihrer Familie an dem australischen Traumstrand für immer schließen. Nur ein Gutes hat die Sache: Der arrogante Küchenchef Harrison verschwindet dann hoffentlich für immer aus ihrem Leben. Harrisons Gerichte sind zum Anbeißen – wie im Übrigen auch er, doch Agnes würde ihm am liebsten ständig den Hals umdrehen. Als Agnes’ Ex Devin plötzlich im Restaurant auftaucht und ein Sturm über dem Meer heraufzieht, droht der Abend in einer Katastrophe zu enden. Zu Agnes’ Überraschung willigt Harrison ein, ihren Freund zu spielen, um Devin loszuwerden. Dabei kommen Agnes und Harrison sich nah wie nie, und auf einmal ist da das Gefühl, dass aus dieser letzten Nacht so viel mehr werden könnte...



MEINUNG

»One Last Night« ist die neue RomCom aus der Feder von Lauren Ford und sie entführt uns an einen australischen Traumstrand. Ich dachte, dieses Buch sollte gelesen werden, bevor die Temperaturen noch weiter sinken, also gesagt, getan.


Im Mittelpunkt der Geschichte steht Agnes, die vor einem emotional alles andere als einfachen Abend steht. Das geliebte Familienrestaurant muss endgültig schließen, und während sie eigentlich genug eigene Sorgen hat, darf sie sich auch noch mit Harrison herumschlagen. Der attraktive Küchenchef ist nämlich nicht nur ein Meister seines Fachs, sondern offenbar auch darin, Agnes zuverlässig auf die Palme zu bringen. Dass zwischen den beiden die Funken fliegen, ist dabei kaum zu übersehen. Ob diese Funken allerdings für romantisches Knistern oder eher für einen Küchenbrand sorgen, bleibt zunächst offen. Als dann auch noch Agnes’ Ex Devin auftaucht und ein Sturm die Situation zusätzlich durcheinanderwirbelt, ist das Chaos perfekt. Und plötzlich soll ausgerechnet Harrison ihren Freund spielen. Na, wenn das mal gut geht!


Lauren Ford packt hier gleich mehrere meiner liebsten Romance-Tropes aus, die wie die Faust aufs Auge zu dieser Ausgangssituation passen. Enemies to Lovers, Fake Dating, Forced Proximity und irgendwie auch Workplace Romance, denn die gemeinsame Arbeit im Restaurant bildet den Ausgangspunkt für viele Begegnungen. Gerade dort zeigt sich, wie unterschiedlich Agnes und Harrison an Situationen herangehen und wie viel sie trotz aller Reibereien voneinander lernen können.


Ich mochte die Entwicklung von Agnes undheimlich gerne. Hinter ihrem Humor und ihrer Fähigkeit, sich mit Harrison anzulegen, steckt eine junge Frau, die nicht nur mit Liebeskummer, sondern auch mit dem Abschied von einem wichtigen Teil ihres Lebens umgehen muss. Das Restaurant ist schließlich mehr als ein Arbeitsplatz: Es steht für Familie, Erinnerungen und Verbundenheit. Die Schließung bedeutet deshalb auch, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie es für sie selbst weitergehen soll. Agnes muss sich mit ihren eigenen Wünschen beschäftigen und erkennen, dass sie nicht jede Erwartung erfüllen kann, nur weil andere Menschen ihr wichtig sind. Ihre Entwicklung dreht sich damit nicht ausschließlich um die Liebe, sondern auch um Selbstbestimmung und den Mut, den eigenen Weg einzuschlagen.


Harrison wiederum zeigt, dass ein arroganter erster Eindruck nicht unbedingt die ganze Geschichte erzählt. Hinter seiner zunächst provokanten Art steckt mehr, als Agnes ihm anfangs zugestehen möchte. Durch die gemeinsame Zeit bekommt sie die Gelegenheit, ihn aus einer anderen Perspektive kennenzulernen. Seine Handlungen und die Momente, in denen er seine weichere Seite zeigt, lassen die anfängliche Abneigung zunehmend bröckeln. Gerade dieser Kontrast zwischen dem Mann, der Agnes regelmäßig zur Weißglut treibt, und demjenigen, der ihr überraschend nahekommt, macht seinen Reiz aus.


Was mir an der Geschichte besonders gefällt, ist die Verbindung aus romantischem Chaos und einem ernsteren emotionalen Hintergrund. Denn zwischen Fake Dating, Wortgefechten und der Frage, ob ausgerechnet der nervige Kollege der Richtige sein könnte, geht es auch um Abschied, Veränderung und die Angst vor dem Unbekannten. Nicht jeder Plan geht auf, nicht jede Veränderung fühlt sich im ersten Moment richtig an, und nicht jeder Mensch, den wir anfangs in eine Schublade stecken, gehört dort auch hinein. Manchmal lohnt es sich, genauer hinzusehen, alte Vorstellungen zu hinterfragen und sich auf Dinge einzulassen, die man ursprünglich ganz anders geplant hatte. Das Familienrestaurant verleiht der Handlung eine zusätzliche emotionale Ebene, die über die Liebesgeschichte hinausgeht. Schließlich ist es nicht immer leicht, etwas loszulassen, das einen lange begleitet hat. Selbst dann nicht, wenn man tief im Inneren weiß, dass ein neuer Abschnitt beginnen muss.



FAZIT

Die Geschichte verbindet eine turbulente Liebesgeschichte mit der emotionalen Herausforderung, einen Lebensabschnitt hinter sich zu lassen und den Mut für etwas Neues zu finden.


Titel: One last night

Autor*in: Lauren Ford

Herausgeber: Goldmann

Seiten: 352

Preis: 17,00€


4 von 5 Sterne


Danke für das Rezensionsexemplar!

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