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Rezension | Ruinous Ends | I.V. Marie

  • canis-minor-art
  • vor 16 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit


KLAPPENTEXT

Die Blackwood Trials sind vorüber, aber für die Schüler der Academy hat der Kampf um das Jenseits gerade erst begonnen. Bei den Trials sind mehr Lügen und Geheimnisse ans Licht gekommen, als sich die Schüler je hätten vorstellen können. Und noch immer liegt vieles unter den uralten Fundamenten begraben. Nun liegt die Zukunft der Akademie und aller darin befindlichen Seelen in den Händen von sechs ehemaligen Schülern: dem Charmeur und dem Goldjungen; der Verräterin und dem Mädchen, das verzweifelt versucht hat, sie zu retten; und der Auserwählten und dem, der sie immer wieder wählen würde. Jeder von ihnen könnte der Held sein, den das Jenseits braucht . . . oder der Schurke, der es endgültig zerstören wird. Denn Blackwoods größtes Geheimnis ist noch gar nicht ans Licht gekommen ist – und wenn das geschieht, wird es die Institution bis ins Mark erschüttern.



MEINUNG

»Ruinous Ends« ist der zweite und finale Band der »Blackwood Academy« Reihe und für mich hat die Dilogie so ziemlich alles im Gepäck, was mein Dark-Academia-Herz begehrt: düstere Geheimnisse, eine akademische Welt mit ordentlich Atmosphäre, einen Auserwählten, der natürlich alles andere als ein entspanntes Leben führt, und eine ordentliche Portion „Wir hassen uns oder vielleicht doch nicht?“. Dazu kommt das Found Family Trope, denn offenbar ist die beste Familie immer noch die, die man sich selbst aussucht, vorzugsweise zwischen lebensgefährlichen Geheimnissen und emotionalem Chaos.


Besonders gefallen hat mir die Entwicklung der Charaktere. Sie bleiben nicht einfach die Menschen, als die man sie zu Beginn kennenlernt, sondern werden durch ihre Erlebnisse, Entscheidungen und Beziehungen ordentlich durchgeschüttelt. Gerade die Dynamik zwischen den Figuren sorgt dafür, dass man ihre Entwicklung gut nachvollziehen kann. Aus anfänglichem Misstrauen entstehen langsam Verbundenheit und Vertrauen, während gleichzeitig alte Geheimnisse immer wieder für neue Spannungen sorgen. Die Enemies-to-Lovers-Dynamik fügt sich dabei schön in die Geschichte ein und wirkt nicht wie ein völlig losgelöster Zusatz-Trope.


Auch die Found-Family-Komponente hat mir gut gefallen. Die Gruppe wächst im Laufe der Geschichte spürbar zusammen, und gerade die kleinen Momente zwischen den Charakteren machen ihre Beziehungen glaubwürdig. Natürlich wird niemand einfach so emotional stabil und kommunikationsfähig, das wäre ja auch langweilig. Stattdessen gibt es Missverständnisse, Geheimnisse und Entscheidungen, bei denen man gelegentlich gerne einmal beherzt „REDET DOCH EINFACH MITEINANDER!“ in Richtung Buch schreien möchte. Wie jeder hier weiß, ist das echt so ein Augenroll-Ding für mich.


Ein großes Plus ist für mich die Atmosphäre. Das Dark-Academia-Setting bringt genau die richtige Mischung aus Geheimnissen, düsterer Stimmung und dem Gefühl mit, dass hinter jeder Tür vermutlich entweder eine Katastrophe oder ein sehr problematisches Familiengeheimnis wartet. Der Dark Secret-Trope passt dadurch wunderbar zur Geschichte und hält die Spannung aufrecht.


Weniger überzeugt hat mich stellenweise das Tempo. Während manche Entwicklungen schön aufgebaut werden, hatte ich an anderen Stellen das Gefühl, dass bestimmte Dinge etwas schnell abgehandelt wurden. Gerade bei den Charakteren hätte ich mir teilweise noch etwas mehr Raum für ihre emotionalen Entwicklungen gewünscht. Auch einige Entscheidungen der Figuren waren für mich nicht immer zu hundert Prozent nachvollziehbar, was vermutlich zur Dramaturgie beiträgt, mich beim Lesen aber trotzdem gelegentlich mit einem inneren „Das ist jetzt wirklich dein Plan?“ zurückgelassen hat.


Der Chosen-One-Aspekt ist ebenfalls Geschmackssache. Er funktioniert innerhalb der Geschichte, ist aber natürlich kein vollkommen neuer Ansatz. Zusammen mit den anderen Tropes entsteht allerdings eine unterhaltsame Mischung, die genug eigene Dynamik entwickelt, sodass es nicht ausschließlich nach bekanntem Fantasy-Baukasten wirkt.



FAZIT

Insgesamt ist Ruinous Ends für mich eine gelungene Mischung aus düsterer Atmosphäre, Geheimnissen, gefährlichen Verbindungen und jeder Menge emotionalem Chaos. Besonders die Beziehungen zwischen den Charakteren und ihre Entwicklung haben mir gefallen. Nicht alles war für mich perfekt, und an einigen Stellen hätte ich mir etwas mehr Tiefe oder ein ruhigeres Tempo gewünscht, aber langweilig wurde es definitiv nicht.


Titel: Ruinous Ends

Autor*in: I.V. Marie

Herausgeber: CBJ

Seiten: 496

Preis: 24,00€


4 von 5 Sterne


Danke für das Rezensionsexemplar!

 
 
 

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