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Rezension | The Nightshade God - Ein Hauch von Gift | Hannah Whitten

  • canis-minor-art
  • 12. Nov. 2025
  • 2 Min. Lesezeit


KLAPPENTEXT

Lores Anstrengungen sind gescheitert: König Bastian erlag der finsteren Stimme der Gottheit, die seinen Verstand vergiftete, sie selbst musste ihre Heimat verlassen. Im Exil setzt sie alles ein, was ihre Vergangenheit sie gelehrt hat, um jene, die sie liebt, aus den Klauen der dunklen Macht zu befreien. Lore fasst den riskanten Plan, die verstreuten Teile eines Artefakts – angeblich die Quelle der göttlichen Kraft – zu finden und wieder zusammenzufügen. Nur so kann der zerstörerische Einfluss der Götter auf das Land beendet werden. Doch wer sich einem Gott in den Weg stellt, braucht mächtige Verbündete…



MEINUNG

»Nightshade God« ist der finale Band der »Nightshade Crown« Reihe. Für mich war es ein Abschluss, der sich weniger wie ein Ende und mehr wie eine letzte, tiefe Einatmung angefühlt hat, bevor alles still wird. Nach den erschütternden Ereignissen des zweiten Bandes war mir klar, dass der finale Teil keine leichte Kost werden würde und dass noch viel Arbeit vor uns liegt. Und doch übertrifft die Autorin alle Erwartungen: Sie erschafft ein Werk, das zu gleichen Teilen brutal, düster wie auch emotional ist.


Im Zentrum steht Lore. Sie ist eine Heldin, die längst keine klassische „Auserwählte“ mehr ist. Sie ist moralisch grau, zerrissen zwischen Macht und Menschlichkeit, Opfer und Täterin zugleich. Ihre Entwicklung ist atemberaubend: Wo sie einst gezweifelt hat, steht sie nun fest mit beiden Beinen hinter dem, was sie möchte. Doch ihr Sieg hat einen Preis, der schwerer wiegt als jede Krone. Ihre innere Reise, ihre zunehmende Nähe zur Dunkelheit und ihr Kampf, sich selbst nicht in dieser zu verlieren, machen sie zu einer der komplexesten Figuren, die ich seit langem "gelesen" habe.


Auch Alie und Gabe sind weit mehr als bloße Sidekicks. Ihre Perspektiven erweitern nicht nur das Geschehen, sie schaffen emotionale Tiefe, Offenheit und vor allem Verbindung. Zwischen den dreien entsteht etwas, das man selten in diesem Genre liest: keine Eifersucht, kein Besitz, keine Konkurrenz. Stattdessen eine polyamore Dynamik, die von Vertrauen, Respekt und gegenseitiger Stärke getragen wird. Eigentlich bin ich kein großer Fan von diesen Liebesdreiecken, aber hier wurde es wirklich gut umgesetzt.


Das Tempo des dritten Teils ist spürbar langsamer als in den Vorgängerbänden, beinahe meditativ. Doch genau darin liegt die Stärke dieser Fortsetzung. Die Autorin verzichtet auf das Spektakel eines explosiven Finales und führt stattdessen alle Fäden mit stiller Konsequenz zusammen. Sie erlaubt ihren Figuren, zu atmen, zu scheitern, zu wachsen. Diese Entscheidung verleiht dem Buch eine unerwartete emotionale Wucht.


Die Welt bleibt dabei atmosphärisch und bildgewaltig. Jede Seite wirkt, als würde man durch Nebel und Blut schreiten, begleitet vom Flüstern uralter Mächte. Und doch blitzt immer wieder Hoffnung auf.


Das Ende ist kein Donnern, kein Feuerwerk. Es ist still. Und genau deshalb so kraftvoll. Auch verzichtet die Autorin auf das klassische Happy End, was für mich ein kleiner Kritikpunkt ist. Es ist stimmig, keine Frage, aber ich kann es nicht ändern, ich bin ein Happy End Junkie. Ein Abschluss, der nicht „alles richtigstellt“, sondern zeigt, dass Heilung manchmal bedeutet, mit den Narben weiterzuleben, bringt aber natürlich auch eine gute Message mit sich.



FAZIT

Ein intensives Ende für eine außergewöhnliche Reihe.


Titel: The Nightshade God - Ein Hauch von Gift

Autor*in: Hannah Whitten

Herausgeber: Blanvalet

Seiten: 592

Preis: 17,00€


4 von 5 Sterne


Danke für das Rezensionsexemplar!

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