Rezension | The night we met | Abby Jimenez
- canis-minor-art
- vor 2 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
KLAPPENTEXT
Larissa hatte keine Ahnung, dass sie in dieser Nacht den Mann ihres Lebens kennenlernen würde. Sie und Chris sind perfekt füreinander, teilen den gleichen Humor und er ist für sie da, wenn sie ihn am meisten braucht.
Das Problem: Larissa ist nicht mit Chris, sondern mit dessen bestem Freund Mike zusammen.
Denn Larissa selbst hatte die Wahl, welcher der beiden Männer sie an dem Abend nach Hause fahren würde. Sie entschied sich gegen Chris und für Mike und wenige Wochen später sind Larissa und Mike ein Paar. Aber irgendetwas scheint mit Mike nicht zu stimmen – er lässt Larissa immer wieder im Stich und stattdessen ist es Chris, auf den sie sich stets verlassen kann. Je mehr Zeit Larissa und Chris miteinander verbringen, umso klarer wird, dass sie damals den Falschen gewählt hat.
Zwischen ihnen entwickeln sich tiefe Gefühle, jedoch könnten sie Mike niemals derart hintergehen.
Larissa muss sich erneut entscheiden: Bricht sie Mikes Herz oder ihr eigenes?
MEINUNG
»The night we met« von Abby Jimenez verbindet romantische Spannung, Humor und emotionale Tiefe zu einer Geschichte, die weit mehr ist als eine klassische Liebesgeschichte. Es war nicht das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe, aber wie auch die bisherigen, lebt auch dieses von den authentischen Dialogen, liebenswert-chaotischen Figuren und der Fähigkeit der Autorin, ernste Themen mit Leichtigkeit und Wärme zu erzählen.
Im Mittelpunkt stehen zwei Menschen, die sich genau zur falschen Zeit begegnen, oder vielleicht doch zur richtigen. Abby Jimenez spielt gekonnt mit der Frage, ob Timing wirklich alles ist oder ob manche Verbindungen so stark sind, dass sie sich ihren Weg trotzdem bahnen. Die Chemie zwischen den Larissa und Chris entwickelt sich langsam, glaubwürdig und voller neckischer Wortgefechte. Gerade der Humor ist eine der größten Stärken des Romans: Schlagfertige Dialoge, charmante Missverständnisse und skurrile Nebenfiguren sorgen immer wieder für Momente, in denen man laut lachen muss, ohne dass die emotionalen Szenen an Wirkung verlieren.
Typisch für Abby Jimenez greift der Roman mehrere beliebte Romance-Tropes auf, ohne sich ausschließlich auf bekannte Muster zu verlassen. Besonders deutlich sind Right Person, Wrong Time, Slow Burn, Emotional Healing, Forced Proximity (je nach Situation eher emotional als räumlich), Found Family sowie das Motiv, dass Liebe allein nicht jedes Problem sofort lösen kann. Statt übertriebener Dramatik setzt die Autorin auf zwischenmenschliche Konflikte, die nachvollziehbar wirken und die Figuren dazu zwingen, sich mit ihren Ängsten und ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen.
Die Charakterentwicklung gehört zu den größten Stärken des Buches. Beide Hauptfiguren sind keine perfekten Heldinnen oder Helden, sondern Menschen mit Unsicherheiten, Verletzungen und persönlichen Baustellen. Gerade diese Ecken und Kanten machen sie sympathisch. Im Verlauf der Handlung lernen sie nicht nur einander besser kennen, sondern entwickeln sich auch unabhängig voneinander weiter. Abby Jimenez zeigt überzeugend, dass eine gesunde Beziehung nur entstehen kann, wenn beide bereit sind, Verantwortung für ihr eigenes Leben und ihre Entscheidungen zu übernehmen. Diese Entwicklung wirkt organisch und nie erzwungen.
Auch die Nebenfiguren tragen viel zur Geschichte bei. Freunde und Familienmitglieder sind nicht bloß schmückendes Beiwerk, sondern bereichern die Handlung mit eigenen Persönlichkeiten, humorvollen Momenten und emotionaler Unterstützung. Dadurch entsteht ein Gefühl von Gemeinschaft, das den Roman besonders warmherzig macht.
Das Setting ist atmosphärisch beschrieben und vermittelt eine angenehme Mischung aus Alltag und romantischer Wohlfühlkulisse. Statt spektakulärer Schauplätze stehen Orte im Mittelpunkt, die durch ihre Vertrautheit leben und den Figuren Raum geben, sich zu entfalten. Die Autorin schafft eine Umgebung, die sich lebendig anfühlt und die emotionale Stimmung der Geschichte wunderschön unterstützt.
Neben der Romantik behandelt der Roman auch ernstere Themen. Dazu gehören emotionale Belastungen, familiäre Erwartungen, Verlust, psychische Gesundheit, Bindungsängste und die Frage, wie vergangene Erfahrungen gegenwärtige Beziehungen beeinflussen können. Diese Problematiken werden sensibel dargestellt und erhalten genügend Raum, ohne die Geschichte zu erdrücken. Gerade dieses Gleichgewicht zwischen Humor und emotionaler Schwere zählt zu den Markenzeichen der Autorin.
FAZIT
Insgesamt ist »The Night We Met« eine gefühlvolle, humorvolle und gleichzeitig nachdenkliche Romance, die von authentischen Figuren, starken Dialogen und einer glaubwürdigen Liebesgeschichte lebt.
Titel: The night we met
Autor*in: Abby Jimenez
Herausgeber: dtv
Seiten: 480
Preis: 16,00€
4 von 5 Sterne
Danke für das Rezensionsexemplar!







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